Emotionale (Lebens-)Kunstarbeit

 

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Bild- und Farberleben

Kommunikation über Zeichen/Zeichnungen und Farben ist so alt wie die Menschheit. Den Wunsch sich auszudrücken und, kth 1
z.B. die Gefühle des Erlebtem mitzuteilen, äußerten schon unsere frühen Vorfahren durch Höhlenmalerei, und neben
der Sprache hat sich ebenbürtig für die Kommunikation die Zeichensprache, unsere spätere Schrift, entwickelt.
Emotionale Kunstarbeit hat daher nichts mit der Erstellung von „Kunstwerken“ zu tun, sondern ist ein Element der
(emotionelen) Kommunikation – mit anderen und mit uns selbst.

Neben bedeutungsvollen Zeichen, wie sie in vielen Kulturen auch heute noch für unsere Gefühlswelt verwendet
werden (z.B. Pictogramme), sind es auch die Farben, die einen direkten Zugang zu unserer Gefühlswelt haben.
Wir verzichten auch in der modernen Welt nicht auf gestalterischen Ausdruck. Schneller als mit einigen Schriftzeilen
drücken wir heute gern auf unseren Mobiltelefonen/Smartphones unsere Gefühle mit Emoticons aus.

Was genau ist emotionale Kunstarbeit?

Unabhängig vom Alter fördert die emotionale Kunstarbeit die Fähigkeit des Menschen, seine Umwelt unmittelbar
über die Sinne wahrzunehmen und zu begreifen. Sie setzt an einem tiefen Grundbedürfnis des Menschen an, sich auch
gestalterisch auszudrücken, um mit sich und anderen in Kontakt zu treten.

Auf der Basis einer vertrauensvollen Beziehung werden innere Prozesse durch Materialien und Medien der Bildenden Kunst (Malerei, Bastel- und Modellierabeiten) sichtbar gemacht, Farb- und Formqualitäten mit eigenem Erleben und persönlichen Lebensmotiven verbunden. Sowohl die Gestaltungsprozesse selbst, als auch die entstandenen Werke dienen innerhalb des  Geschehens als „Anschauungs- und Proberaum“, in welchem Handlungen und Denkweisen betrachtet, weiterentwickelt und einer sinnvollen Wandlung unterzogen werden können. Im diesem Prozess können kreative Ressourcen neu entdeckt und vielfältige Veränderungsprozesse angeregt werden.

 

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Vorbeugen statt kurieren
Besonders nützlich ist die emotionale Kunstarbeit in der Prävention. Unsere oft hektische Welt im Zusammenspiel zwischen privaten/familiären und beruflichen Anforderungen läßt uns zeitweilig vergessen, uns auch einen Freiraum für uns selbst zu erhalten.
Kennen wir uns, unsere Gefühle und Bedürfnisse, Schwächen und Stärken besser, gehen wir damit gelassener und selbstsicherer um, was auch ein entspannteres Verhältnis gegenüber unseren Anforderungen und unserer Umgebung fördert.

Entspannen statt verspannen
Auch als mögliches Element des Autogenen Trainings (AT) dient der emotionale künstlerische Ansatz der Vertiefung und Erweiterung von (seelischer und körperlicher) Entspannung.
Sich regelmäßig unkommunizierte Lasten von der Seele zu malen, zu modelieren, zu gestalten, verhindert möglicherweise, dass diese Lasten zu ernsthaften Belastungen werden.

Einmal durch die "rosa-rote Brille" schauen! Ein Experiment mit Farbbrillen ist dabei nicht nur ein arbeitsames Element, sondern auch Spaß und ein ganz neues Farberleben.farbbrillen

 

 

 

Alle Fotos auf dieser Seite: © A.-Meike Holland-Cunz